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Was ist ein Implantat?

Implantate sind künstliche Zahnwurzeln, die an Stelle fehlender natürlicher Zähne in den Kiefer eingepflanzt werden. Dies ist in der Regel besser als Brücken und Prothesen. Denn es erhält den Kieferknochen durch die funktionelle Belastung, das so genannte Knochentraining. An Stelle einer Brücke schont das Zahnimplantat die anderen Zähne vor Überlastung da die Brückenpfeilerzähne die Kaulasten der eingehängten Zähne mit tragen müssen. Außerdem müssen Zähne überhaupt nicht für eine Krone beschliffen werden.

Kann man ein Implantat in jedem Fall einsetzen?

Leider nicht. Der limitierende Faktor ist das Volumen des knöchernen Implantatlagers. Sind die eigenen Zähne vor vielen Jahren entfernt worden oder waren nicht angelegt, kann das Volumen des Kieferkamms bis unter eine kritische Grenze abgebaut worden sein. In diesem Fall sind nur noch sehr wenig oder gar keine Zellen (Osteoblasten) in der betreffenden Region vorhanden, die Knochen reparieren oder neu bauen können.
Doch gibt es heute viele Möglichkeiten mit schonenden Operationstechniken eine gute Wiederherstellung des oberen und unteren Kieferknochens zu erreichen. Bei Curadentis werden nur die modernsten Techniken angewandt.

 

Welche sind die häufigsten Gründe für ein Implantat?

 1. Die Zahnlücke:

Wenn in einer sonst vollständigen Zahnreihe einer oder mehrere Zähne fehlen, so kann man durch ein oder mehrere Implantate vermeiden, dass zur Anfertigung einer Brücke die der Zahnlücke benachbarten Zähne überkront werden müssen. Dies ist wichtig, weil insbesondere gesunde Zähne durch Überkronung stark geschädigt werden.

2. Wenn die hinteren Zähne fehlen:

Bei einer von hinten verkürzten Zahnreihe kann durch Implantate vermieden werden, dass ein herausnehmbarer Zahnersatz (Prothese) angefertigt werden muss. Der Ersatz dieser Zähne ist wichtig um funktionelle Erkrankungen - z. B. der Gelenke - zu vermeiden und dies erfolgt mit einem festen Ersatz stabiler als mit einer Prothese.

3. Der zahnlose Kiefer:

Hier kann man entweder einer Prothese durch Implantate wieder Halt verleihen oder man kann wieder alle Zähne durch feste Implantate ersetzen.

Wann ist der beste Zeitpunkt für ein Implantat?

Am besten heilen Implantate ein, die ca. 4 bis 12 Wochen nach der Entfernung eines Zahnes eingesetzt werden. Wichtig ist, dass man nicht zu lange wartet, denn in den ersten 2 bis 3 Jahren gehen 40 bis 60% des Kieferknochens verloren und der Wiederaufbau des Knochens ist nicht immer einfach aber immer teuer. Manchmal kann das Implantat auch sofort nach der Zahnentfernung eingesetzt werden. Dieses Vorgehen bezeichnet man als Sofortimplantation und ein auf diese Art eingesetztes Zahnimplantat als Sofortimplantat.

Ist das Einbringen eines Implantates schmerzhaft?

Der Eingriff erfolgt unter absolut sicherer Schmerzausschaltung durch eine lokale Betäubung, im Dämmerschlaf (Sedierung) oder auf Wunsch in Vollnarkose. Die betäubende Wirkung einer lokalen Anästhesie (Betäubung) hält mindestens 2 Stunden an. Sie ist ohnehin nur für das Weichgewebe über dem Knochen, also Zahnfleisch (Gingiva) und Knochenhaut (Periost) notwendig. Das Knochengewebe selbst enthält kein Nervengewebe. Es ist ein reines Stützgewebe, welches man theoretisch komplett ohne Betäubung bearbeiten könnte.

Können bei Osteoporose Zahnimplantate eingesetzt werden?

Dies hängt von der Ausprägung und der Therapie ab. Bei der Krankheit Osteoporose wird die harte, äußere Knochenschicht aller Knochen dünner. Ebenso sinkt die Anzahl und Größe der inneren Knochenbälkchen. Dies bedeutet mehr Hohlräume und dafür weniger harte, tragfähige Knochensubstanz. Dieser Abbau der mineralischen Phase verläuft im Kieferknochen deutlich langsamer und insgesamt geringer als in anderen Knochen, ist aber auch im Kiefer nachweisbar.
Bei den meisten Osteoporosepatienten wird eine sog. Osteodensitometrie, kurz DEXA genannt, an den Armknochen durchgeführt. Allerdings erlaubt dieser Wert nur unsichere Rückschlüsse auf den Zustand des Kieferknochens. Eine Knochendichtemessung des Kieferknochens ist im Vorfeld einer geplanten Implantation mit einem Röntgen-Scan und einer speziellen Software möglich. Bei dieser Untersuchung wird der Absorptionsgrad des Kieferkamms gemessen und ausgewertet. Einem erfahrenen Implantologen stehen dann drei verschiedene Verfahren zur Verfügung, um die Knochendichte um das einzusetzende Implantat zu erhöhen:

1.) Untermaßige Aufbereitung:
Bei der Aufbereitung des Implantatlagers (Bohrloch) wird ein kleineres Loch, als zum Implantat passend, gebohrt. Das Implantat arbeitet beim Eindrehen wie eine selbstschneidende Schraube und verdrängt den überschüssigen Knochen nach außen wodurch die Knochendichte erhöht wird.

2.) Verdrängen durch Osteotome:
Hier wird zunächst nur ein kleines Loch bis auf die Ziellänge gebohrt. Mit speziellen, abgerundet-zylindrischen Instrumenten wird der Knochen durch Eimklopfen der Instrumente in den Bohrkanal mit zunehmendem Durchmesser nach außen kondensiert. Es wird kein Knochenmaterial abgetragen sondern nur zirkulär nach außen verdrängt. Dieser Vorgang ist vergleichbar mit dem Einbringen eines Kugelschreibers in einen Styroporblock. Zieht man nach dem Einstechen den Kugelschreiber aus dem Hartschaumstoffblock heraus, bleibt ein Loch, ohne das Material entfernt wurde.

3.) Anreichern mit KEM:
Durch seitliches Ausstreichen des Bohrkanals mit einem speziellen Knochenersatzmaterial (KEM) wird vor dem Eindrehen des Implantates die mineralische Dichte deutlich erhöht. Es stehen verschiedene Materialien zur Verfügung, welche von selbsthärtenden Zweikomponenten-Pasten bis hin zu runden oder scharfkantigen Keramikpartikeln verschiedener Größe und Kristallform reichen.

Insgesamt ist die Implantation bei Osteoporose keine Kontraindikation, gehört aber in die Hände eines erfahrenen Implantologen.

Zur Therapie von Osteoporose werden seit ein paar Jahren sog. Bisphosphonate von Orthopäden oder Allgemeinärzten verordnet. Dieses Medikament greift in den Knochenstoffwechsel ein und verhindert einen übermäßigen Knochenabbau im gesamten Körper.

Im Bereich Kieferknochens führt es aber nach Operationen, zu einer massiven Wundheilungsstörung mit z.T. drastischen Folgen. Bei Curadentis ist die laufende Bisphosphonat-Therapie eine absolute Kontraindikation zur Implantion. Bei bereits abgeschlossener Einnahme von Bisphosphonaten hängt es sehr stark von der Dauer, der Dosis und ob als Tablette oder als Tropf intravenös verabreicht ab, ob überhaupt implantiert werden kann.

Können bei Rauchern Zahnimplantate eingesetzt werden ?

Prinzipiell ja - ABER:

Bis vor ein paar Jahren waren Zahnimplantate stressempfindlicher, d.h. sie wurden leichter von Bakterien besiedelt und der Knochen wiurde stärker belastet. Aus dieser Zeit stammen umfangreiche Statistiken die belegt haben, dass bei starken Rauchern nach 5 Jahren fast 60% der Implantate wieder entfernt werden mussten oder sich selbst aus dem Knochen gelöst hatten.

Heutzutage sind Implantate durch Designänderungen der äußeren Form und eine moderne Materialabstimmung deutlich verbessert. Platform-switching, Konusverbindung und Zirkonoxyd sind Konstruktionsmerkmale dieser modernen Zahnimplantate. Bei Rauchern, die deutlich weniger als 10 Zigaretten am Tag rauchen führten diese Verbesserungen zu gleichwertig guten Ergebnissen, wie bei Nichtrauchern.

Dennoch: Nikotin läßt die dünnen Blutgefäße der Korperoberfläche für einen längeren Zeitraum nach der Zigarette sich zusammenziehen, so auch im Zahnfleisch um Implantate herum. Wird nun ein Implantat von Bakterien angegriffen, kann die körpereigene Immunabwehr dem entzündeten Zahnfleisch und Knochen nicht helfen, da die Gefäßversorgung reduziert ist.

Die Folgen sind zunächst eine oft unerkannte, weil symptomlose, Zahnfleischentzündung um das betroffene Implantat herum und als Folge sehr schneller und weitreichender Knochenabbau mit möglichem Implantatverlust.

Langfristig sollte ein Raucher mit Zahnimplantaten grundsätzlich dauerhaft unter 10 Zigaretten pro Tag bleiben. Als Risikoreduzierung muss unbedingt eine regelmäßige Indivudualprophylaxe und täglich ausreichende (500mg) Vitamin-C Einnahme durchgeführt werden.

Das Zahnärztliche Implantologiezentrum ist eine Fachabteilung der Curadentis Praxisgemeinschaft
Curadentis – Zentrum für Zahngesundheit  |  Kieler Str. 1  |  12163 Berlin Steglitz

Das Team des zahnärztlichen Implantologiezentrums für Berlin, Potsdam und Umgebung betreut Sie professionell bei der Beratung und Behandlung von Zahnimplantaten, bzw. den Therapiefeldern der Implantologie, der Ästhetischen Zahnmedizin, der Oralchirurgie sowie der Funktionstherapie.